Beiträge zu “Artensterben”

Ein Wunder: Eisbären müssen doch nicht aussterben

201003-eisbar.jpgIst das nicht putzig. Anfang des Jahres schien das Schicksal der Eisbären besiegt. Unter anderem hier

20.000 bis 25.000 Eisbären leben noch in der Arktis.

wie ich bereits hier geschrieben habe waren es in den letzten 50 Jahren nie mehr. Ganz im Gegenteil der Eisbär erhohlt sich Die Formulierung "leben noch" legt dem Leser natürlich nahe das es eine rückläufige Zahl ist. Eine Aussage wie:

Eine stabile Population von 20.000 bis 25.000 Eisbären lebt in der Arktis.

wäre ja auch keine Nachricht.  Und was muss/kann man jetzt lesen

Es gibt Hoffnung für Eisbären und Robben: Schließlich soll es selbst am Ende des 21. Jahrhunderts während der arktischen Sommer noch Meereis geben

Na wenn das kein Wunder ist. Mal sehen wie lange es dauert bis wieder ein neuer Eisbär durchs Dorf gejagt wird.

(Foto by travlinman43 / CC BY-SA 2.0)

17.12.10
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Bedrohte Eisbären? Wohl eher nur ein Werbegag für Umweltschutzorganisationen

In der momentanen öffentlichen Wahrnehmung muss man ja den Eindruck bekommen, daß man in naher Zukunft Eisbären nur noch im Zoo sehen wird. Sucht man man in Google bekam man diese Woche z.B. nur Einträge über den gescheiterterten Antrag zum Handelsverbort auf der Artenschutzkonferenz. Auch sonst scheint klar zu sein:

"Eisbären sind durch den Klimawandel massiv unter Druck geraten"

Diese Woche beim Nabu zu lesen

Geschätzte 20.000 bis 25.000 Eisbären streifen noch durch Kanada, Grönland, Norwegen, Russland und die USA. Der Klimawandel setzt den Tieren zu, Eisbären sind massiv gefährdet.

201003-eisbar.jpg

Wieder ein Beispiel für emotionale Panikmache. Ein "streifen noch" erwegt den Eindruck das es mal ein Vielfaches mehr waren und sich der Bestand dramatisch verringert hat.

Hält man bei Google durch wird man irgendwann mal auch einen Beitrag der PETA geraten. Die PETA ist eher für seine radikalen Meinungen bekannt und nicht für Industriefreundlichkeit. Dort steht

1950 gab es bis zu 5.000 Eisbären (6)
1965–1970 gab es 8.000-10.000 Eisbären (6)
1984 gab es 25.000 Eisbären (6)
1997 gab es 22.000-27.000 Eisbären (15)
2001 gab es 21.500-25.000 Eisbären (13)
2005 gab es 20.000-25.000 Eisbären (14)

2009 wurde auf der internationalen Roten Liste der ICUN der Bestand auf 20.000 - 25.000 Eisbären geschätzt. Und auch wenn das jetzt nach Haarspalterei klingt: Lieber NABU: "Massiv gefährdet" ist der Eisbär nach diese Roten Liste auch nicht.

Wir haben also dank eines Abschussverbotes eine stabile Population in den letzten 30 Jahren. Das ist gut so und muss erhalten werden. Wenn aber der Klimawandel der letzten 50 Jahre eine Bedrohung darstellen würde dann würde ich eine Abnahme erwarten aber nicht "Konstanz"

Nur fürs Protokoll: Ich möchte hier nicht einen weltweiten Aufruf zum Verzehr von Eisbärenfleisch starten. Aber sollten wir unsere Aufmerksamkeit nicht auf Tierarten richten die dramatisch bedroht sind? Oder geht es hier nicht eher um Publicity für Organisationen weil der Eisbar Knut ja "sooo  süüüssss" ist.

Ist es richtig wenn sich Umweltschutzorganisationen denselben fragwürdigen Marketingtechniken bedienen, die Sie zurecht in der Indutrie und Politik bemängeln?

(Foto by travlinman43 / CC BY-SA 2.0)

21.3.10
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"Geratener Artenschwund" oder "Statistiken im Umweltschutz"

Diese Woche in der Welt gelesen. Es ging um Artensterben und die Frage: welche Arten genau sterben denn da?

Nach den inzwischen mehr als fragwürdigen Methoden unserer Klimaforscher ein weiterer Fall von politisch angeheiztem Aktionismus. Die in der Vergangenheit am meisten verbreitete Untersuchung sagte einmal über das Artensterben

74 Arten pro Tag

Dann treffen sich dii G8 Umweltminister und machen daraus die eine neue Zahl. Klar 74 ist schon komisch und vor allem viel zu klein

150 Arten pro Tag

hört sich viel besser an und ist auch einfacher zu merken. Soweit die wohl inzwischen schon übliche politische Aufrundung.

Wenn man allerdings fragt: "Wer verschwindet da eigentlich?" scheint man nur ein Achselzucken zu bekommen. Man weiß es einfach nicht. Das Berechnungsverfahren wirkt abenteuerlich. Es geht so:


Für Inseln gibt es eine Theorie das bei Zerstörung von 90% des Lebensraums 50% der Arten sterben. Wie gesagt: Inseln, die Tiere können nicht ausweichen. Jetzt nimmt man den Verlust an Lebensraum in tropischen Regenwäldern (alle nicht auf einer Insel) und wendet diese Regel an. Toll nicht?

Ich will hier nicht das Problem verniedlichen aber dieser Ansatz scheint mir schon abenteuerlich. Sucht man nach den bekannten Verlusten so scheint es ein paaar Nullen weniger zu geben. Seit dem 15. Jahrhundert 785 Arten

Nur noch mal als Vergleich hoch gerechnet: auf die letzen 20 Jahre müssten es eine Million sein.

Wie gesagt: Wir müssen schon aufpassen mit unserer Umwelt vernüftig umzugehen. Aber willkürliche Zahlen zur Dramatisierung schaden und helfen nicht.

30.1.10
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Dies ist ein privater Blog von Hagen Bauer- berufstätiger Vater, Ehemann, Naturliebhaber, Läufer, Zelter, technikverliebt.


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